DSSMM 2005

Deutsche Schulschach Mannschaftsmeisterschaft (DSSMM)
22. - 25. April 2005 in Stade

Freitag, 22. April
Pünktlich um 12 war der André in Halle bei Sixt, unser Auto holen. Leider nicht ganz so pünktlich wurde es übergeben, so dass der amtierende Landesmeister von Sachsen-Anhalt mit etwas Verspätung losfuhr. Image Gegen 13:19 Uhr waren wir dann auf der A14. Wir haben unterwegs nach Stade viele Staus gesehen. Bis zu 9 km (laut Radio). Aber zum Glück standen wir in keinem einzigen drin. Während der Fahrt wurde auch mehr oder weniger demokratisch die Mannschaftsaufstellung festgelegt. Diese ergab: 1. Brett Simon Fromme, dann Stefan Kobe, Alexander Kotulla und Henning Seidler. In der Jugendherberge angekommen, bezogen wir unsere Zimmer, trafen uns zum Abendbrot und gingen danach noch etwas in die Stadt. So schön die alten Fachwerkhäuser hier auch sein mögen, ein offenes Café zu finden schien nach 20 Minuten suchen in der Innenstadt unmöglich. Als wir schon nicht mehr dran glaubten, fanden wir noch eins, dass gerade schließen wollte und man verkaufte uns Eis...

Samstag, 23. April
7:30 Uhr aufstehen, dann Frühstück, 9 Uhr Beginn der 1. Runde. Unsere Mannschaft als Nummer 12 der Liste von 20 Teilnehmern gesetzt, spielte gegen die Nummer 2, dass Leibnitz-Gymnasium Leinefelde (Thüringen). Rechnerisch hatte unser Gegner einen DWZ-Schnitt von 1773. Es war also klar, dass es nicht so einfach werden würde gegen die Thüringer zu punkten. Gegen 10 Uhr standen alle bis auf Stefan etwas hinten drin und mussten ganz schön kämpfen. Stefan hatte mit Weiß eine Recht ausgeglichene Stellung erreicht. Als diese dann ins Endspiel abgetauscht wurde und alles nach einem Remis aussah, fand er leider eine Möglichkeit die Partie noch zu verlieren. 
Ergebnisse Runde 1
Ergebnisse Runde 1
Alex hingegen, in dessen Stellung der Gegner mit Opfer einfiel konnte sich behaupten und am Ende ein Dauerschach erzwingen. Simon und Henning agierten etwas unglücklich und verloren. Beiden machte die knappe Bedenkzeit von nur 60 Minuten für die ganze Partie sehr zu schaffen. Endstand 0,5:3,5 (0:2). Nicht gerade ein Start wie man sich ihn wünscht, aber gegen stark spielende Leinefelder kann man verlieren. Außer Leinefeld gewannen auch die anderen "favorisierten Teams" in dieser Runde gegen die vermeintlich schwächeren (siehe Grafik).


1. Runde: Halle - Leinefeld
2. Runde: Korbach - Halle
3. Runde: Halle - Friesack

Nach dem Mittagessen ein wenig Ruhe. 13 Uhr dann die 2. Runde. Die Auslosung ergab: Louis-Peter-Schule Korbach (Hessen) gegen das Georg-Cantor-Gymnasium Halle (Sachsen-Anhalt). Die Hessen sind laut Liste Nummer 17 mit einem DWZ-Schnitt von 1350. Korbach spielte aber in der ersten Runde gegen das Schiller -Gymnasium Bautzen (Sachsen) 2:2 (1:1). Und die Sachsen sind mit einem DWZ-Schnitt von 1645 an Nummer 7 gesetzt. Mit dem Wissen, dass es nicht einfach werden würde, der Ungewissheit wo genau man steht aber dem Willen zu gewinnen ging es in das Spiel gegen Korbach. Auf den Brettern stand es lange unklar. Simon agierte sehr überlegt, was aber sehr auf Kosten seiner Zeit ging. So vergab er eine bessere Stellung durch einen falschen Zug der später die Partie verlieren sollte... Henning und Alex gewannen, Stefan leider nicht, so stand es am Ende 2:2 (1:1).Ergebnisse Runde 2 - zum vergrößern bitte Nach dieser Runde, und dem Wissen das wieder mehr drin war als am Ende auf dem Papier stand wurde das Ziel von der Mannschaft ausgegeben, das nächste Spiel wird gewonnen, egal gegen wen. Henning prophezeite sogar ein 4:0 Sieg. Der Betreuer versuchte keine Überheblichkeit aufkommen zu lassen, aber einem gesunden Selbstvertrauen ruhig ein paar Freiheiten zu lassen. Stefan grummelte etwas, da er mit seinem Spiel nicht zufrieden war. Also bereiteten wir Ihn auf den nächsten Gegner in der einstündigen Pause vor...
   

Der nächste Gegner war von der Kooperativschule Friesack (Havelland - Brandenburg). DWZ-Schnitt 1104. Doch auch hier war Vorsicht angebracht. Friesack spielte mit einer 14hundert an Brett 1 und 3. An Brett 2 und 4 saßen zwei Spieler ohne DWZ, die vom Veranstalter auf 800 gesetzt wurden. Daher ergaben sich bei einigen Mannschaften etwas verzehrte Bilder der Mannschaftsspielstärke. Als kurz nach Rundenbeginn bekannt wurde, in welcher DWZ-Reihenfolge Friesack aufgestellt hatte, gab es sofort Proteste der Bremer, die in der zweiten Runde 2:2 (1:1) gegen die Brandenburger spielten. Hintergrund war, dass in der Ausschreibung zur DSSMM ausdrücklich stand, dass niemand mit mehr als 200 DWZ Punkten weniger vor jemanden spielen durfte der mehr DWZ hatte. Demnach hätte Friesack in 3 Spielen falsch aufgestellt. Als Betreuer der Hallenser hoffte ich in diesem Moment nur, dass wir 4:0 gewinnen. Nicht aus Überheblichkeit oder Arroganz, sondern einfach um ein eindeutiges Ergebnis zu haben und wir nicht Punkte dank des Schiedsrichters bzw. vom Gegner geschenkt erhalten. Aber nun zu den Partien. Stefan spielte seine vorbereitete Eröffnung, hatte nach 14 Zügen genau die angestrebte Stellung auf dem Brett, Raumvorteil, Entwicklungsvorsprung, Initiative. 20 Züge später war die Partie entschieden. Alex hatte zu dem Zeitpunkt eine Qualität mehr, Henning eine ganze Figur. So stand es bald 3:0 für das Georg-Cantor-Gymnasium. Da machte es Simon richtig spannend. Er hatte sich eine leicht bessere Mittelspielstellung herausgearbeitet. Allerdings nur noch 5 Minuten auf der Uhr, da hatte sein Gegner knapp über 20 Minuten. Nun überlegte Simon sich das er am Damenflügel probieren möchte anzugreifen, sein Gegner fand den Königsflügel für sich besser und spielte dort. Als Simon bemerkte, dass der gegnerische Angriff wohl schneller sein könnte, schwenkte er um. Noch 3:30 Minuten zu knapp 18 Minuten. Den Angriff am Königsflügel abgewehrt, die gegnerischen Springer zurückgedrängt, nun selber mit f5 Druck machen. Noch 2:00 Minuten zu 15 Minuten auf der Uhr. Damen und Türme getauscht, nun dabei ein Springer gegen ein Läufer zu tauschen, dabei im Prinzip eine Leichtfigur durch mögliche Kombination eingestellt, Gegner hats aber nicht gesehen 1:30 Minute zu 14 Minuten. Nun ein Läufer gegen Springer Endspiel mit Minusbauern aber aktiverem König. 1:15 Minute zu 7 Minuten. Gegner gibt den freien Mehrbauern, bekommt ein Bauern von Simon und gibt dann noch 2 Bauern bietet Remis. Die Uhr zeigt 0:59 Sekunden zu 3 Minuten. Simon lehnt das Remis ab. Er hat ein gedeckten Freibauern und macht den sicheren Eindruck in diesem Endspiel. Mutige Entscheidung, aber durchaus berechtigt. Nun ziehen beide quasi immer sofort, auch wenn der Brandenburger etwas mehr Zeit hat zum überlegen, nutzt er sie nicht. Simon hat am Ende noch 10 Sekunden auf der Uhr und erreicht mit Schwarz folgende Stellung. Weiß König h1, ein Springer und Bauer noch ("irgendwo") auf dem Brett. Schwarz Bauer auf h2, König h3 und ein Läufer auf der h1-a8 Diagonale und 2 Bauern noch ("irgendwo") - Matt.